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Github und die Copyright-Assets

Für alles gibt es Demo-Versionen. Das klassische Modell ist eine 30-Tage Trialversion die mir genug Zeit gibt das Produkt zu testen, bevor ich es kaufe. Für Schriften gibt es das nicht, oder sehr selten.

So versuchte früher jeder findige Designer sich einen kleinen Schriftarten-Pool aufzubauen. Natürlich wurde die Schrift am Ende gekauft, aber für Pitches und erste Drafts wollte man ja nicht gleich 500€ ausgeben um die Schrift legal zu erwerben. Wir haben aber 2016 und es gibt millionen Schriften in abermillionen Schnitten. Nur Webseiten wie typewolf.com oder fontsinuse.com können uns helfen den Überblick zu behalten und die Unterschiede deutlich zu machen.

Wo hole ich also heute meine „Demo-Versionen“ der Schriften?
Die Antwort ist so skurril wie einfach: Github.

Es gibt Unmengen an Entwicklern die sich entweder nicht um Lizenzen kümmern, oder schlichtweg der Kommunikationsweg vom Designer zum Entwickler fehlt ihn daran zu hindern die kompletten Assets auf Github zu transferieren.

Die Schriftfamilie Neue Haas Grotesk z.B. kostet mich für eine Desktop-Lizenz $640, die Operator Mono-Familie kostet mich weitere $599. Suche ich aber mit den richtigen Begriffen bei Github, finde ich alles in den Tiefen irgendwelcher Projekte:

fonts-github

Ich habe kurz nach den „Most Popular Fonts on Typewolf“ gesucht und alle innerhalb von Sekunden in mehrfacher Ausführung gefunden. Natürlich ist das alles ohne Lizenz, aber es ist ja auch in diesem Fall nicht für das Endprodukt gedacht. Das Unrechtsbewusstsein bei Schriften hat sich in den letzten Jahren generell deutlich verbessert. Der iTunes-Effekt ist auch bei Schriften zu spüren, durch einfachere Wege und Einbettungsmöglichkeiten auf Abo-Basis. Eine einfachere und 100% legale Weise Schriften für Webseiten zu „testen“, gibt es aber dennoch nicht.

Achja, und FontDeck werde ich schmerzlich vermissen.

Kategorien Typographie